Körpersprache ist international

Sehr lebendig und mit sicht­bar­er Freude per­for­men die jun­gen Män­ner auf der Bühne im Kun­stzelt. Sie kom­men aus Syrien, Äthiopi­en, der Ukraine oder dem Irak. Gemein­sam übten sie Woche für Woche für das Stück „Body-Lan­guage mit Herz, Kopf und Hand“. Es geht darum, wie eine Hochzeit mit Gästen aus ver­schiede­nen Län­dern ablaufen würde. Da gibt es mehrere Hin­dernisse, zum Beispiel sehen sich die Braut­leute in dem Stück nur ein­mal kurz vor der Hochzeit. Anson­sten dür­fen sie nur miteinan­der Tele­fonieren. Nach einem Gespräch der bei­den Fam­i­lien ist klar: Die Hochzeit kann stattfinden.

Braut

Auf der Stelle begin­nen alle auf der Bühne zu Tanzen, es spielt ara­bis­che Musik und die jun­gen Män­ner (die Teil­weise auch Frauen spie­len) bewe­gen sich ganz unge­niert und fühlen sich sichtlich wohl. Aufgeregt waren die 20 bis 26-jähri­gen Män­ner vor dem Auftritt kaum, das The­ater­stück bietet Raum zur Impro­vi­sa­tion. Beein­druck­end ist, dass sich jed­er einzelne zunächst auf Deutsch vorstellt und die nach teil­weise erst weni­gen Monat­en sehr gut Deutsch sprechen.

Seit Feb­ru­ar diesen Jahres entwick­eln die Pfütze-Theaterpädagogin Pauline Buff und die Schaus­pielerin Johan­na Stein­hauser gemein­sam mit jun­gen Flüchtlingen aus fünf Natio­nen ein Theaterstück. Die jun­gen Erwach­se­nen, alle männlich, wohnen über­wiegend in der Unterkun­ft Klara­gasse und warten auf die Bear­beitung ihrer Asy­lanträge. Für sie bedeutet das wöchentliche Zusam­men­tr­e­f­fen mit Bewe­gung, Kom­mu­nika­tion, szenis­chem Spiel und the­ater­päd­a­gogis­chen Übun­gen mehr als eine bloße Abwech­slung: Der Erwerb und der Umgang mit der deutschen Sprache, die Annäherung und das Ver­ständ­nis für die anderen Bewohn­er der Klara­gasse ist für die jun­gen Men­schen existenziell.

Während der The­at­er­ar­beit wer­den sie, jen­seits ihrer sozialen Rolle als Flüchtling, als Indi­viduen mit ihren eige­nen Poten­tialen wahrgenom­men. Das komm!uni­ca­tion The­ater­pro­jekt ist eine Koop­er­a­tion vom The­ater Pfütze und der Stadt Nürnberg — Amt für Exis­ten­zsicherung und soziale Inte­gra­tion. Gefördert wird das Pro­jekt von der BECK KINDERFONDSSTIFTUNG.

Wenn ihr mehr Lust auf The­ater habt, kön­nt ihr heute abend ab 23 Uhr Anja Zelt­ner als Poet­ry Slamerin erleben, oder mor­gen das Improthe­ater Volle Möhre und das Clown­sthe­ater von Sigi Wek­er­le und Sophie Habe nicht miter­leben. Kommt ein­fach zum Kun­strasen­fes­ti­val und genießt die Stimmung.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.